Marketingplan für kleine Betriebe
Viele kleine Betriebe werben nach Gefühl. Ein Anzeigenverkäufer ruft an, ein Flyer wird nachgedruckt, im Dezember fällt auf, dass man für das Weihnachtsgeschäft zu spät dran ist. Ein Marketingplan klingt nach Konzern, ist aber im Kern nur eine Seite Papier, die solche Zufälle verhindert.
Ziele festlegen
Ein gutes Ziel ist konkret und überprüfbar. „Bekannter werden“ ist schwer zu messen. „Zehn neue Anfragen für Badsanierungen pro Quartal“ oder „Mittagstisch an Werktagen zu zwei Dritteln ausgelastet“ lassen sich prüfen. Zwei oder drei solcher Ziele reichen für ein Jahr.
Zielgruppen beschreiben
Schreiben Sie auf, wer Ihre besten Kunden sind. Nicht „alle zwischen 20 und 70“, sondern zum Beispiel: Eigentümer von Reihenhäusern im Norden der Stadt, Familien im Viertel, Büros in der Nähe. Für jede Gruppe notieren Sie, wo sie Ihnen begegnen kann: auf dem Weg zur Arbeit, in der Suchmaschine, beim Elternabend, in der Lokalzeitung.
Budget
Es gibt keine allgemeingültige Formel. Ein praktischer Weg ist, vom Ziel aus zu rechnen: Was ist ein neuer Kunde im Durchschnitt wert, und wie viel davon dürfte die Gewinnung kosten? Daraus ergibt sich ein Rahmen. Planen Sie außerdem einen Puffer für Gelegenheiten ein, etwa eine kurzfristige Anzeige oder eine Veranstaltung im Viertel.
Werbemittel auswählen
Wählen Sie wenige Kanäle und nutzen Sie sie regelmäßig. Ein Betrieb, der jede Woche im Unternehmensprofil postet, zweimal im Jahr Flyer verteilt und vor dem Saisonstart Anzeigen schaltet, wirkt präsenter als einer, der einmal ein großes Plakat bucht. Die Grundlagen zu den einzelnen Kanälen finden Sie in den Beiträgen zu SEO und SEA, Social-Media-Werbung, Flyern und Plakaten.
Der Jahreskalender
Tragen Sie alle Anlässe in einen Kalender ein, der für Ihr Geschäft zählt: Saisonbeginn, Feiertage, Ferien, Jubiläen, Messen, Stadtfeste. Rechnen Sie von jedem Termin rückwärts: Wann muss der Flyer gedruckt sein, wann die Anzeige laufen, wann die Website angepasst werden? Viele Druckereien brauchen mehrere Werktage, Plakatflächen sind vor beliebten Terminen früh ausgebucht.
| Monat | Beispiel für einen Handwerksbetrieb |
|---|---|
| Januar | Website-Texte prüfen, Fotos vom Vorjahr aussuchen |
| März | Anzeigen für Außenarbeiten starten |
| Mai | Flyer im Viertel, Stand beim Stadtteilfest |
| September | Erinnerung an Wartungstermine vor dem Winter |
| November | Gutscheine für Weihnachten bewerben |
Erfolg messen
Teure Werkzeuge sind nicht nötig. Fragen Sie jeden neuen Kunden, wie er auf Sie gekommen ist, und führen Sie eine einfache Strichliste. Nutzen Sie für einzelne Aktionen eigene Gutscheincodes oder eine eigene Telefonnummer. Nach einem Jahr wissen Sie, was wirkt, und können den Plan für das nächste Jahr anpassen.
Ein Plan auf einer Seite
Ein Marketingplan muss nicht schön sein, er muss benutzt werden. Bewährt hat sich ein einzelnes Blatt mit vier Feldern: oben die Ziele für das Jahr, links die Zielgruppen, rechts die Werbemittel mit Budget, unten der Kalender. Dieses Blatt hängt im Büro oder liegt im Kalender und wird einmal im Quartal angeschaut.
Bei diesem Blick zurück helfen drei Fragen: Was haben wir gemacht, was hat es gebracht, was ändern wir? Notieren Sie die Antworten direkt auf dem Blatt. Nach einem Jahr haben Sie so eine eigene kleine Auswertung, die mehr wert ist als jede allgemeine Empfehlung.
Beziehen Sie Mitarbeitende ein. Wer an der Kasse steht oder beim Kunden arbeitet, hört, wie Menschen auf den Betrieb aufmerksam geworden sind, und hat oft gute Ideen für Aktionen.
Hilfe holen oder selbst machen?
Den Plan selbst sollten Sie in der Hand behalten, denn er hängt an Ihren Zielen. Für die Umsetzung einzelner Bausteine kann es sinnvoll sein, Fachleute zu beauftragen. Wie das gut gelingt, steht unter Agentur beauftragen. Lokale Anlässe in Nürnberg sammelt der Beitrag Werbung in Nürnberg.