SEO und SEA einfach erklärt
Wenn jemand in Nürnberg „Fliesenleger in der Nähe“ sucht, sieht er zwei Arten von Treffern: bezahlte Anzeigen, gekennzeichnet als „Gesponsert“, und normale Suchergebnisse. Um die Anzeigen kümmert sich SEA, also Suchmaschinenwerbung. Um die normalen Treffer kümmert sich SEO, die Suchmaschinenoptimierung. Beide wollen dasselbe Ziel erreichen, funktionieren aber völlig unterschiedlich.
SEO: Sichtbarkeit, die man sich erarbeitet
Bei SEO zahlen Sie nicht für den Klick. Google entscheidet anhand vieler Signale, welche Seite eine Suchanfrage am besten beantwortet. Für kleine Betriebe zählen vor allem drei Dinge:
- Inhalte, die zur Suche passen: eine eigene Seite für jede wichtige Leistung, mit Ort, Ablauf und Antworten auf typische Fragen
- eine technisch saubere Website, die schnell lädt und auf dem Handy gut funktioniert
- Vertrauen von außen: Erwähnungen und Links von anderen Seiten, Bewertungen und ein gepflegtes Unternehmensprofil
SEO wirkt langsam. Bis neue Seiten gut gefunden werden, vergehen oft Monate. Dafür bleibt die Wirkung, wenn Sie nichts mehr bezahlen.
SEA: Sichtbarkeit, die man mietet
Bei SEA bezahlen Sie in der Regel pro Klick auf Ihre Anzeige. Die Anzeige erscheint sofort, sobald die Kampagne läuft, und verschwindet, sobald das Budget aufgebraucht ist. Das macht SEA gut planbar und gut messbar, aber auch dauerhaft kostenpflichtig. Wie das bei Google genau abläuft, steht im Beitrag Google Ads für lokale Betriebe.
| SEO | SEA | |
|---|---|---|
| Kosten | Arbeitszeit, kein Klickpreis | Preis pro Klick plus Betreuung |
| Wirkung | nach Wochen bis Monaten | sofort |
| Dauer | bleibt eine Weile bestehen | endet mit dem Budget |
| Gut für | Grundsichtbarkeit, Vertrauen | Aktionen, Saisongeschäft, neue Leistungen |
Das Unternehmensprofil zuerst
Für Betriebe mit festem Standort ist das kostenlose Google-Unternehmensprofil oft der schnellste Hebel. Es erscheint bei lokalen Suchen in der Karte, zeigt Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen. Pflegen Sie es vollständig, laden Sie eigene Fotos hoch und antworten Sie auf Bewertungen, auch auf kritische. Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind: auf der Website, im Profil und in Branchenverzeichnissen.
Messen statt raten
Für beide Wege gibt es kostenlose Werkzeuge von Google. Die Search Console zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Seite erscheint und wie oft geklickt wird. Bei Anzeigen sehen Sie im Konto Klicks und Kosten. Wichtiger als Klicks sind aber Anfragen. Fragen Sie neue Kunden einfach, wie sie auf Sie gekommen sind, und notieren Sie die Antwort. Diese Strichliste ist für kleine Betriebe oft aussagekräftiger als jede Statistik.
Inhalte, die gefunden werden
Viele Websites kleiner Betriebe bestehen aus einer Startseite und einer Leistungsseite mit Stichpunkten. Für Suchmaschinen ist das zu dünn. Besser ist es, für jede wichtige Leistung eine eigene Seite zu schreiben, die beschreibt, was genau gemacht wird, für wen, in welchem Gebiet, wie der Ablauf aussieht und was Kunden typischerweise fragen. Solche Seiten helfen gleichzeitig im Verkaufsgespräch, weil man auf sie verweisen kann.
Achten Sie auf einen aussagekräftigen Seitentitel und eine kurze Beschreibung, die in den Suchergebnissen erscheint. Der Titel „Startseite“ verschenkt die wichtigste Zeile.
Links von anderen Seiten entstehen am natürlichsten durch Zusammenarbeit: Einträge bei Verbänden und Kammern, Erwähnungen von Partnerbetrieben, Berichte in der Lokalpresse, Sponsoring im Verein. Gekaufte Linkpakete schaden eher, als dass sie nützen.
Vorsicht bei Versprechen
Niemand kann Ihnen einen bestimmten Platz in den organischen Suchergebnissen garantieren. Angebote mit „Platz 1 bei Google garantiert“ meinen meist Anzeigen oder sehr seltene Suchbegriffe. Fragen Sie nach, was genau gemessen wird. Hinweise für die Auswahl eines Dienstleisters finden Sie im Beitrag Agentur beauftragen.