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Website für den eigenen Betrieb planen

Aktualisiert am · 4 Minuten Lesezeit

Eine Website ist für die meisten kleinen Betriebe das Werbemittel, das am längsten im Einsatz bleibt. Ein Flyer ist nach ein paar Wochen verteilt, eine Anzeige nach ein paar Tagen vergessen. Die Website dagegen wird jahrelang aufgerufen, von Leuten, die gezielt nach Ihnen suchen oder Sie gerade empfohlen bekommen haben. Deshalb lohnt sich etwas Planung, bevor die erste Farbe ausgesucht wird.

Leistung 1Leistung 2KontaktAnrufen
Grobe Seitenskizze einer Firmenwebsite mit Kopf, Leistungen und Kontakt

Erst das Ziel, dann die Gestaltung

Die wichtigste Frage klingt banal: Was soll ein Besucher nach dem Besuch tun? Bei einem Handwerksbetrieb ist das meistens ein Anruf oder eine Anfrage, bei einem Café der Weg vorbei, bei einem Laden vielleicht der Blick auf die Öffnungszeiten. Aus diesem einen Ziel ergibt sich fast alles andere: welche Seiten es braucht, was ganz oben steht und wie die Kontaktwege aussehen.

Hilfreich ist eine kurze Liste mit drei Spalten: Wer sucht mich? Was will diese Person wissen? Was soll sie danach tun? Wer diese Liste vor dem ersten Gespräch mitbringt, spart sich und dem Gestalter viele Schleifen.

Die Seitenstruktur

Für einen typischen Betrieb reichen wenige Seiten, wenn sie gut gemacht sind:

  • Startseite mit einem klaren Satz, was Sie anbieten und wo
  • eine Seite je Leistung, wenn Ihre Leistungen unterschiedliche Kunden ansprechen
  • Über uns mit eigenen Fotos von Team, Werkstatt oder Laden
  • Kontakt mit Telefon, Adresse, Anfahrt und Zeiten
  • Impressum und Datenschutzerklärung

Eigene Seiten je Leistung sind kein Selbstzweck. Sie helfen Suchmaschinen, Ihre Seite für genauere Suchanfragen zu finden, und sie helfen Besuchern, weil niemand gern eine lange Seite nach dem passenden Absatz durchsucht. Mehr dazu steht im Beitrag SEO und SEA.

Gestaltung, die zum Betrieb passt

Gute Gestaltung fällt kaum auf. Sie sorgt dafür, dass Text gut lesbar ist, dass der wichtigste Knopf sofort zu sehen ist und dass die Seite auf dem Handy genauso funktioniert wie am Schreibtisch. Bei vielen Betrieben kommt inzwischen mehr als die Hälfte der Besuche vom Smartphone. Lassen Sie sich Entwürfe deshalb immer auch in Handygröße zeigen.

Logo, Farben und Schriften sollten zur übrigen Werbung passen. Wer schon ein Logo und eine Hausfarbe hat, gibt beides als Datei weiter, idealerweise als Vektordatei. Wie man ein Logo sinnvoll anlegt, beschreibt der Beitrag Logo entwickeln lassen.

12 Spalten, gleiche Abstände
Ein einfaches Raster hält Abstände und Spalten auf allen Seiten gleich.

Texte und Bilder

Die meisten Website-Projekte verzögern sich nicht wegen der Technik, sondern wegen fehlender Texte und Fotos. Planen Sie dafür Zeit ein oder beauftragen Sie beides mit. Eigene Fotos wirken fast immer glaubwürdiger als Bilder aus Bilddatenbanken. Wenn Sie doch fremde Bilder nutzen, prüfen Sie die Lizenz genau, siehe Bildrechte in der Werbung.

Technik in Kürze

Für die Technik gibt es im Grunde drei Wege: ein Baukastensystem, ein Content-Management-System wie WordPress oder eine individuell programmierte Seite. Baukästen sind schnell und günstig, binden Sie aber an einen Anbieter. Ein CMS ist flexibel, braucht aber regelmäßige Updates. Eine statische, individuell gebaute Seite ist schnell und wartungsarm, lässt sich aber nicht so leicht selbst bearbeiten.

Fragen Sie in jedem Fall, wer nach dem Start Updates, Sicherungen und kleine Änderungen übernimmt und was das kostet.

Ladezeit und Barrierefreiheit

Eine Seite, die auf dem Handy mehrere Sekunden lädt, verliert Besucher, bevor sie überhaupt etwas gesehen haben. Die häufigsten Bremsen sind zu große Fotos, viele eingebundene Fremddienste und schwere Schriftpakete. Fragen Sie im Angebot nach, wie Bilder verkleinert werden und welche externen Dienste geladen werden. Kostenlose Messwerkzeuge wie PageSpeed Insights von Google zeigen schnell, wo es hakt.

Barrierefreiheit klingt nach Vorschrift, hilft aber allen: ausreichende Kontraste, Schriftgrößen, die sich vergrößern lassen, Bilder mit Beschreibungen, Formulare, die sich auch ohne Maus bedienen lassen. Viele dieser Punkte kosten bei sauberer Umsetzung kaum Mehraufwand, wenn sie von Anfang an mitgedacht werden. Wer später nachbessert, zahlt mehr.

Ein letzter Punkt betrifft die Pflege: Legen Sie fest, wer Öffnungszeiten, Preise und Neuigkeiten aktuell hält. Eine Website mit Weihnachtsöffnungszeiten im März wirkt schlimmer als gar keine Neuigkeiten.

Woran Sie gute Arbeit erkennen

Ein guter Webdesigner fragt zuerst nach Ihren Kunden und erst später nach Ihrer Lieblingsfarbe. Er zeigt Ihnen Referenzen, die Sie selbst aufrufen und auf dem Handy testen können. Er erklärt, wem die Domain gehört (Ihnen), wer die Zugangsdaten bekommt (Sie) und was passiert, wenn die Zusammenarbeit endet. Ein schriftliches Angebot mit klarem Leistungsumfang ist selbstverständlich. Wie Sie Angebote vergleichen, steht unter Agentur beauftragen.

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