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Onlineshop erstellen lassen

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Ein eigener Onlineshop klingt nach einer Website mit Warenkorb. In der Praxis ist er eher ein zweiter Laden mit eigener Kasse, eigenem Lager und eigenen Regeln. Wer das von Anfang an so sieht, plant realistischer und erlebt nach dem Start weniger Überraschungen.

Produkt1Warenkorb2Daten3Zahlung4Bestätigung5zahlungspflichtig bestellenJeder Schritt, an dem gezögert wird, kostet Bestellungen.
Ablauf eines Onlinekaufs von der Produktseite bis zur Bestätigung

Lohnt sich ein eigener Shop?

Bevor Sie einen Shop bauen lassen, lohnt der Blick auf die Alternativen. Marktplätze wie Amazon, eBay oder Etsy bringen Besucher mit, verlangen aber Gebühren und bestimmen die Spielregeln. Ein eigener Shop gehört Ihnen, muss seine Besucher aber selbst finden. Viele kleine Händler fahren zweigleisig: eigener Shop für Stammkunden und Marken, Marktplatz für Reichweite.

Ein eigener Shop passt besonders, wenn Sie ein überschaubares Sortiment mit eigenem Profil haben, Kunden schon nach Ihnen fragen oder Sie im Laden regelmäßig hören: Kann ich das auch online bestellen?

Das passende Shopsystem

SystemArtPasst gut für
Shopifygemietete Software (SaaS)schneller Start, wenig Technik
ShopwareSoftware aus Deutschland, gemietet oder selbst betriebenwachsende Händler mit vielen Produkten
WooCommerceErweiterung für WordPressBetriebe, die schon WordPress nutzen
JTL-Shopeng verbunden mit WarenwirtschaftHändler mit Lager und mehreren Kanälen

Wichtiger als der Name ist die Frage, wie gut das System zu Ihren Abläufen passt. Wer schon eine Warenwirtschaft oder ein Kassensystem nutzt, sollte prüfen, ob es eine Verbindung gibt. Doppelte Datenpflege ist der häufigste Grund, warum kleine Shops nach einem Jahr einschlafen.

Zahlung und Versand

Kunden erwarten mehrere Zahlungsarten. Üblich sind PayPal, Kreditkarte, Kauf auf Rechnung über einen Zahlungsdienstleister und Vorkasse. Jeder Anbieter kostet Gebühren pro Zahlung, die Sie in Ihre Preise einrechnen müssen.

Beim Versand entscheiden Verpackung, Versanddienstleister und Versandkostenregeln über Ihre Marge. Rechnen Sie mit Rücksendungen, besonders bei Kleidung und Schuhen. Eine klare Versandkostentabelle auf jeder Produktseite verhindert Kaufabbrüche an der Kasse.

Rechtliche Pflichten im Überblick

  • Impressum nach § 5 DDG und eine passende Datenschutzerklärung
  • Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular, denn Verbraucher können Fernabsatzkäufe in der Regel binnen 14 Tagen widerrufen
  • Bestellbutton mit eindeutiger Beschriftung wie „zahlungspflichtig bestellen“, geregelt in § 312j BGB
  • Preisangaben mit Mehrwertsteuer und bei vielen Waren mit Grundpreis
  • Verpackungsregister: Wer verpackte Ware an Privatkunden verschickt, muss sich vorher im Register LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister eintragen
  • Produktsicherheit: Seit Dezember 2024 verlangt die EU-Produktsicherheitsverordnung Herstellerangaben und Sicherheitsinformationen auch im Onlineangebot
  • Barrierefreiheit: Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Onlineshops; Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen

Produktseiten, die verkaufen

Im Laden kann der Kunde die Ware anfassen und nachfragen. Im Shop müssen Bilder und Texte diese Arbeit übernehmen. Gute Produktseiten zeigen mehrere Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln, nennen Maße, Material und Pflegehinweise und beantworten die Fragen, die im Laden am häufigsten gestellt werden. Lieferzeit und Versandkosten stehen direkt beim Preis, nicht erst an der Kasse.

Eigene Fotos auf ruhigem Hintergrund reichen für den Anfang völlig aus. Wichtig ist, dass alle Produktbilder gleich aufgebaut sind, damit die Übersichtsseiten ordentlich wirken. Herstellerbilder dürfen Sie nur nutzen, wenn der Hersteller oder Großhändler das erlaubt.

Bewertungen von Kunden schaffen Vertrauen, müssen aber echt sein. Wer Bewertungen anzeigt, muss angeben, ob und wie geprüft wird, dass sie von tatsächlichen Käufern stammen.

Was ein Shop nach dem Start braucht

Ein Shop ist nie fertig. Produkte, Preise und Bilder ändern sich, Software braucht Updates, Rechtstexte müssen angepasst werden. Planen Sie feste Zeit pro Woche ein. Wer den Shop bauen lässt, sollte vertraglich klären, wer Updates einspielt und wie schnell bei Störungen reagiert wird.

Besucher kommen nicht von allein. Für den Anfang helfen die eigenen Kanäle: Kundenkartei, Schaufenster, Kassenbon, Social Media. Später kommen Suchmaschinen und bezahlte Anzeigen hinzu. Die Grundlagen dafür stehen in den Beiträgen SEO und SEA und Google Ads für lokale Betriebe.

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