Visitenkarten gestalten und drucken
Visitenkarten wirken altmodisch und sind trotzdem nicht totzukriegen. Auf Messen, beim Kundentermin oder an der Ladentheke ist eine gute Karte immer noch der schnellste Weg, Kontaktdaten zu übergeben. Sie ist außerdem das Druckerzeugnis, das Menschen am häufigsten in die Hand nehmen und am genauesten anschauen.
Das Format
In Deutschland und den meisten Ländern Europas ist 85 × 55 Millimeter üblich. Daneben gibt es das Scheckkartenformat mit 85,6 × 54 Millimetern, das genau in Kartenfächer von Geldbörsen passt. Nordamerikanische Karten sind mit 3,5 × 2 Zoll etwas länger und schmaler. Sonderformate wie quadratische Karten fallen auf, passen aber in kein Kartenetui.

Druckdaten richtig anlegen
Druckereien schneiden Karten aus großen Bögen. Weil das Messer nie auf den Zehntelmillimeter genau trifft, braucht jede Druckdatei drei Zonen:
- Beschnitt: Hintergründe und Bilder, die bis zum Rand reichen, laufen rundum 2 bis 3 Millimeter über das Endformat hinaus. Die Datei misst dann zum Beispiel 89 × 59 Millimeter.
- Endformat: die fertige Karte mit 85 × 55 Millimetern.
- Sicherheitsabstand: Texte und Logos bleiben mindestens 3 bis 4 Millimeter vom Rand entfernt, damit nichts angeschnitten wird.
Fotos brauchen in Originalgröße rund 300 dpi. Die Farben werden im CMYK-Modus angelegt, also aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz gemischt. Was am Bildschirm leuchtet, wirkt gedruckt oft matter. Wer eine exakte Hausfarbe braucht, druckt mit Sonderfarbe oder lässt einen Proof machen. Fragen Sie Ihre Druckerei nach deren Vorgaben, die meisten stellen Vorlagen zum Herunterladen bereit.
Papier und Veredelung
Für Visitenkarten sind 300 bis 400 g/m² üblich. Darunter fühlt sich eine Karte schnell billig an. Mattes, ungestrichenes Papier wirkt natürlich und lässt sich beschreiben, gestrichenes Papier bringt Farben kräftiger. Veredelungen wie partieller Lack, Prägung oder Heißfolie machen Karten besonders, kosten aber deutlich mehr und brauchen längere Lieferzeiten.
Was auf die Karte gehört
- Name und Funktion
- Firmenname und Logo
- Telefon und E-Mail
- Adresse, wenn Kunden zu Ihnen kommen
- Website
- optional ein QR-Code, etwa zum Kontakt-Download oder zur Bewertungsseite
Weniger ist mehr. Eine Karte mit sieben Telefonnummern und drei Social-Media-Adressen liest niemand. Wenn Sie einen QR-Code einsetzen, testen Sie ihn vor dem Druck mit mehreren Handys und lassen Sie ihn nicht kleiner als etwa 2 × 2 Zentimeter drucken.
Gestaltung, die zum Rest passt
Die Visitenkarte ist Teil Ihres Erscheinungsbilds. Logo, Schrift und Farben sollten mit Briefpapier, Website und Flyer zusammenpassen. Wenn noch kein Logo existiert, ist das der richtige Zeitpunkt, sich darum zu kümmern, siehe Logo entwickeln lassen. Für weitere Drucksachen hilft der Beitrag Flyer und Broschüren.
Digitale Visitenkarten
Neben der gedruckten Karte gibt es inzwischen digitale Varianten: Kontaktdateien im vCard-Format, die man per QR-Code oder Link teilt, und Karten mit NFC-Chip, die Daten beim Antippen an ein Handy übertragen. Sie ersetzen die Papierkarte selten, ergänzen sie aber sinnvoll. Eine vCard lässt sich kostenlos erzeugen und auf der eigenen Website ablegen. Ein QR-Code auf der Rückseite der Karte führt dann direkt dorthin.
Wichtig ist, dass beide Varianten dieselben Daten enthalten und gemeinsam aktualisiert werden. Ein Link auf eine Seite, die es nicht mehr gibt, ist auf einer Visitenkarte besonders peinlich, weil er sich nicht mehr korrigieren lässt.
Wer auf Messen viele Karten verteilt, kann auf die Rückseite ein kleines Messeangebot drucken. So erinnert die Karte nicht nur an den Namen, sondern auch an den Grund, sich zu melden.
Wie viele drucken?
Bei Onlinedruckereien sinkt der Stückpreis mit der Auflage deutlich. Trotzdem lohnt es sich nicht, 2.000 Karten zu bestellen, wenn sich in einem Jahr Telefonnummer oder Funktion ändern. Für Einzelpersonen reichen oft 250 bis 500 Stück. Prüfen Sie vor dem Freigeben jede Angabe zweimal, am besten mit einer zweiten Person. Ein Zahlendreher in der Telefonnummer macht die ganze Auflage wertlos.